Humanitäre Schule

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HRS als „Humanitäre Schule“ zertifiziert

Mitte Juni wurde die HRS Spelle in Hannover als „Humanitäre Schule“ ausgezeichnet. Auf Einladung des Jugendrotkreuzes wurde die Klasse 10c nach Hannover ins Cinemaxx eingeladen, um dort die Auszeichnung entgegenzunehmen. Für die Klasse 10c bekamen Tina Hüsing und Willi Zwezich, die sich in einem Wochenendseminar in Einbeck zu „Humanitären Scouts“ hatten ausbilden lassen, die Urkunden und die Auszeichnung für die Schule überreicht. Während der Schulentlassungsfeier übergaben Tina und Willi einen symbolischen Scheck an Elisabeth Tenkleve vom Aktionskreis Pater Kulüke und an Agnes Schulze Schweifing von der Hospiz-Gruppe Spelle. Weitere Spendengelder gingen an den Verein „Herzenswünsche e.V.“ und an einen Notfall im persönlichen Umfeld der 10c.

Darja Vjanske/Tina Schneider/Saskia Coordes



Eine Aktion des Deutschen Jugenrotkreuz

'Logo des deutschen Jugendrotkreuzes

Die Idee
Die Kampagne „Humanitäre Schule“ des Jugendrotkreuzes im Landesverband Niedersachsen besteht aus zwei Komponenten: Zum einen ist es das Planspiel h.e.l.p. (Humanitäres Entwicklungs- und Lernprojekt), zum anderen ein selbst zu wählendes Projekt. Schirmherr ist Dr. Rudolf Seiters, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes. Mit der Kampagne soll soziales Engagement gefördert werden.
Am Ende des Schuljahres gibt es für die teilnehmenden Schulen eine Zertifizierungsfeier, auf der die Schulen das Zertifikat „Humanitäre Schule“ und die teilnehmenden Schüler eine Urkunde erhalten.

Diana Hinrichs



Im Oktober stellte unser Klassenlehrer Josef Herder das Projekt vor und wir waren sofort der Meinung, an der Kampagne „Humanitäre Schule“ teilzunehmen. Spontan erklärten sich Tina Hüsing und Diana Hinrichs bereit, sich als „Humanitäre Scouts“ in Einbeck ausbilden zu lassen. Krankheitsbedingt konnte Diana Hinrichs nicht teilnehmen. Für sie sprang Willi Zwezich ein. Vom 27. – 29. November wurden beide in einem Wochenendseminar in Einbeck geschult und waren ab diesem Zeitpunkt zuständig für die Leitung des Planspiels h.e.l.p. und verantwortlich für die Organisation des humanitären Projekts.

Während häufig zuerst das Planspiel durchgeführt wird, begannen wir – auch auf Grund der Vorweihnachtszeit – mit dem Projekt. Wir entschieden uns, eingenommene Gelder zu splitten. Die Einnahmen sollten an den Aktionskreis Pater Kulüke, an den Verein Herzenswünsche e. V. und an die neu gegründete Speller Hospiz-Gruppe gehen.

Paul Metslaf/Willi Zwezich



Aktionskreis Pater Kulüke


Seit Jahren arbeitet der aus Spelle stammende Pater Heinz Kulüke in Cebu City, einer Millionenstadt auf den Philippinen und bemüht sich um eine Verbesserung der Lebensbedingungen der dort lebenden Menschen. Menschen, die auf planierten Abfallkippen im Rauch und Gestank leben und sich vom Sammeln der Abfälle ernähren, jungen Mädchen, die zu Tausenden gezwungenermaßen von der Prostitution leben und ihren Lebensunterhalt damit verdienen. Ein neues Projekt richtet sich an Menschen, die auf den Friedhöfen von Cebu City leben. Mittlerweile sind es einige hundert Familien. „Es wimmelt auf den Friedhöfen der Stadt von Kindern, für die das Leben und Spielen auf dem Friedhof zum Alltag gehört“, so Pater Kulüke. Mit seinen Speisungsprogrammen sorgt er für Soforthilfe. Mit Bildungsprojekten will er den Kindern durch eine gute Schulbildung eine bessere Zukunft ermöglichen.

Sarah Koop/Tina Hüsing



Verein “Herzenswünsche e.V.“


Herzenswünsche e.V. ist ein eingetragener Verein, der bundesweit tätig ist. Ziel des Vereins ist es, schwer kranken Kindern und Jugendlichen lang ersehnte Wünsche zu erfüllen. Mit einem Team von ehrenamtlichen Helfern versucht man Träume zu verwirklichen, die den Kindern neuen Lebensmut und Kraft geben, um die Belastungen, die durch Krankheit und Behandlung entstehen, besser ertragen zu können. Die Liste erfüllter Wünsche ist lang: Zoobesuche, Fotoshootings, Lesungen, Blicke hinter die Kulissen von Musicals, Besuche bei Fußballstars, Teilnahme an persönlichen Treffen mit Stars, Ballonfahrten, Projekte wie Klimakuren für mukoviszidosekranke Kinder (eine erbliche Stoffwechselkrankheit und bis heute nicht heilbar), Reittherapien oder Notebooks in Krankenhäusern.

Christian Brodt/Jessica Körfgen



Hospiz-Gruppe Spelle


Die Hospiz-Gruppe Spelle e.V. besteht seit einigen Jahren. Zwei Gruppen haben die Ausbildung zur Hospizbegleiterin durchlaufen. Alle Mitglieder des Vereins engagieren sich ehrenamtlich, unentgeltlich und überkonfessionell. Aufgabe ist es, Schwerkranke und Sterbende in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten. Ein Ziel ist es auch, die Angehörigen zu unterstützen, die sich oft in derartigen Situationen völlig hilflos verhalten. Es gibt stets sehr viele Anfragen und die ehrenamtlichen Mitarbeiter haben mittlerweile Probleme, alle Begleitungen zu schaffen. Zur Zeit begleitet die Hospiz-Gruppe Spelle fünf Personen in ihrer letzten Lebensphase. Vier Personen der Gruppe wurden zusätzlich zur Trauerbegleitung ausgebildet.

Lars Hüttner/Christian Koop



Viele Aktionen für den „guten Zweck“


Vielfältig waren die Aktionen unserer Klasse 10c, die an der Kampagne „Humanitäre Schule“ teilnahm. Passend zur Vorweihnachtszeit haben wir an zwei Tagen Waffeln gebacken und sie in den Pausen an die Schüler verkauft. Zudem stellten wir in einigen Klassen Sammeldosen auf, um Kleingeld zu sammeln. Lars Hüttner, Tobias Kölker und Christian Koop waren beim Bundesligaspiel des TV Emsdetten gegen die HSG Nordhorn-Lingen, sprachen die Besucher an, erklärten ihnen, wofür sie sammelten. Highlight für uns war dann am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien das Siebenmeterwerfen der gesamten Schüler- und Lehrerschaft gegen den isländischen Nationaltorhüter und Silbermedaillengewinner von Peking 2008, Hreidar Gudmundsson und Bundesligatorhüter Nils Babin vom TV Emsdetten in der Sporthalle. Sehr viele Schüler und Schülerinnen fühlten sich stark genug, gegen die beiden Top-Torhüter anzutreten. Saskia Coordes und Tobias Kölker moderierten das Siebenmeterwerfen und sorgten mit ihren Kommentaren für eine Wahnsinnsstimmung. Wahrscheinlich hätten unsere Schüler kaum einen Siebenmeter verwandelt, denn sowohl Hreidar wie auch Nils reagierten oft so schnell, dass wir nur noch staunten. Damit unsere Schüler nicht den Mut verloren, gewann fast aus jeder Klasse ein Teilnehmer. Manchmal hatten wir dabei das Gefühl, dass die beider Keeper ihren Spaß daran hatten, bei bestimmten Werfern den Ball ins Tor zu lassen, bei anderen auf gar keinen Fall. Die Volksbank Emsland-Süd und das Autohaus Citroen Emsdetten hatten für die erfolgreichen Werfer Preise gestiftet.

Tina Schneider/Saskia Coordes/Darja Vjanske


Rund um das Hallenspektakel und unser Fazit


Beteiligt waren am letzten Schultag nicht nur die Schüler der Klasse 10c. Für die entsprechende Akustik und die Musikeinspielungen bei den Torerfolgen unserer Schüler sorgte unsere Schülerfirma „SpelLiton“. In der Pause, die Hreidar Gudmundsson und Nils Babin bei den zahlreichen Würfen benötigten, trat mit Sven Möllenhoff ein ehemaliger Schüler der HRS Spelle mit einer aufregenden Show auf, die bei der gesamten Schülerschaft super ankam. Zudem gingen während der Aktion noch etliche Spenden ein. Die größte Spende kam von der Schülervertretung. Gewinne aus dem Verkauf der Weihnachts-Schokoladenmänner wurden uns für unsere Hilfsprojekte zur Verfügung gestellt. So kamen noch einmal 300 Euro zusammen.
Sehr gefreut haben wir uns auch, wenn die Berichte, die wir geschrieben hatten, im TVE-Express – einer Beilage der Emsdettener Volkszeitung – und in der „Wir in“ veröffentlicht wurden. Gelohnt hat sich die Teilnahme nicht nur für uns, sondern auch für die Organisationen, denen wir das Geld spenden. Insgesamt kamen bis zum jetzigen Zeitpunkt 1253,72 Euro zusammen. Am 11. Juni werden wir nach Hannover fahren, um dort für die HRS Spelle das Zertifikat „Humanitäre Schule“ entgegenzunehmen

Tomasz Rudek/Waldemar Rudi/Tobias Kölker



Das Planspiel


Im Planspiel h.e.L.p. werden Konfliktsituationen dargestellt. Sie sind zwar ausgedacht, könnten sich aber genauso in der Wirklichkeit abspielen. Die Spielteilnehmer sollen nun eine Lösung erarbeiten, mit der alle beteiligten Konfliktparteien leben können. Nach einer Einführung in das Thema durch die Scouts Tina Hüsing und Willi Zwezich fand eine Eröffnungskonferenz statt, an der Delegierte aus der Provinz Lufar, den Ländern Malea, Nongi, Deutschland, Bonin, Vertreter der internationalen Presse, des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes und der Vereinten Nationen, die die Spielleitung hatten, teilnahmen. Eingeladen worden waren die Delegierten vom Generalsekretär der Vereinten Nationen. Nach der Eröffnungskonferenz ging es in die erste und zweite Verhandlungsrunde, ehe am zweiten Tag die Abschlusskonferenz mit der Auswertung stattfand.
Mit Spielbeginn wechselten die Schüler ihre Identität, nahmen die selbst gewählten Namen der Delegationsvertreter an. Jede Delegation konnte sich während der Verhandlungsrunden nur zweimal mit einer anderen Delegation treffen. Anfragen mussten schriftlich gestellt werden, Termine angefragt werden, Ergebnisse protokolliert werden, die Anredeform war das förmliche „Sie“. Erschwert wurden die Verhandlungen häufig durch Geheimdossiers, die die Situationen permanent veränderten und zu neuen Vereinbarungen führten und den Zeitdruck, unter dem alle Delegierten litten; denn es galt, vereinbarte Termine auf die Minute genau einzuhalten.


Die Ausgangssituation

Malea ist ein fiktiver Staat in Afrika. Flächenmäßig gehört das Land zu den größten Staaten, wirtschaftlich ist Malea eines der ärmsten Länder. Die Provinz Lufar liegt im Westen des Staates und fühlt sich von der Zentralregierung in Malea unterdrückt und benachteiligt. Verschärfend kommt hinzu, dass in Lufar seit einigen Jahren Erdöl gefördert wird, die Gewinne von der Zentralregierung aber überwiegend in der Hauptstadt und in den nördlichen Gebieten investiert werden. Deswegen versucht die Rebellenorganisation „Freies Lufar“ die Unabhängigkeit für ihre Region zu erkämpfen. Dabei werden die Rebellen vom Nachbarstaat Nongi unterstützt. Nongi beteiligt sich mit Waffen- und Fahrzeuglieferungen, setzt auch eigenes Militär ein und sogar Kindersoldaten, um die Handlungsfähigkeit zu erhöhen.
Die Zentralregierung Maleas duldet die Einmischung nicht, unterstützt deshalb die Milizenorganisation der „Djahmiten“, die mit äußerster Brutalität gegen die Rebellen und die Zivilbevölkerung in Lufar vorgeht. Niedergebrannte Dörfer, gefolterte und hingerichtete Menschen, vergewaltigte Frauen, verschleppte Kinder, die als „Kanonenfutter“ eingesetzt werden.
Durch die Erdölfunde in Lufar richtet sich auch das Interesse anderer Staaten wie Bonin und Deutschland auf Malea und Nongi. Deutschland unterstützt die demokratische Regierung in Nongi, Bonin das Militärregime in Malea. Beide Staaten beziehen Erdöl.
Dürreperioden haben die Not noch verschlimmert. Es herrscht Knappheit an Lebensmitteln, viele Kinder sterben an Unterernährung und Krankheiten. Angesichts der trostlosen Lage sind Hunderttausende auf der Flucht nach Nongi und suchen dort Hilfe in den hoffnungslos überfüllten Flüchtlingslagern des IKRK. Dabei ist die Versorgung auf Grund der schlechten Infrastruktur sehr schwierig. Weil auch Rebellen und Milizen Hunger leiden, kommt es schon zu Überfällen auf die Konvois des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes.
Fast eine Million Menschen sind verstorben. Nongi und Malea sind Mitglieder der (VN) Vereinten Nationen, haben die Genfer Konvention und Zusatzprotokolle unterschrieben. Mittlerweile hat sich der Sicherheitsrat der VN mit der katastrophalen Lage beschäftigt und über mögliche Sanktionen nachgedacht. Jedoch ist immer wieder von einem Mitglied des Sicherheitsrates ein Veto eingelegt worden. Wenn der Sicherheitsrat derart blockiert ist und damit seiner Aufgabe, den internationalen Frieden zu erhalten, nicht gerecht werden kann, werden die Aufgaben von der Generalversammlung der VN übernommen.
Die Delegierten aller beteiligten Parteien sind vom VN-Generalsekretär eingeladen worden, dazu das IKRK und die Presse. Wo möglich, soll die internationale Presse über den Fortgang der Verhandlungen berichten. Nach der Eröffnungskonferenz folgen nun die Verhandlungsrunden, ehe am zweiten Tag in einer Abschlusskonferenz Lösungsvorschläge präsentiert werden, die schriftlich festgehalten werden.

Szenenbild mit dem Logo Humanitäre Schule


Szenenbild mit Scheckübergabe


Den ersten Beitrag zur Aktion finden Sie hier.